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B
evor es an die harten Fakten über Meisen geht, möchte ich euch eine sanfte Einleitung bieten.
Dafür habe ich den Beginn eines Gedichtes ausgesucht.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Die Meise

Auguste, wie fast jede Nichte,
Weiß wenig von Naturgeschichte.
Zu bilden sie in diesem Fache,
Ist für den Onkel Ehrensache.
»Auguste«, sprach er, »glaub es mir,
Die Meise ist ein nettes Tier.
Gar zierlich ist ihr Leibesbau,
Auch ist sie schwarz, weiß, gelb und blau.
Hell flötet sie und klettert munter
Am Strauch kopfüber und kopfunter.
Das härtste Korn verschmäht sie nicht,
Sie hämmert, bis die Schale bricht.
Mohnköpfen bohrt sie mit Verstand
Ein Löchlein in den Unterrand,
Weil dann die Sämerei gelind
Von selbst in ihren Schnabel rinnt.
Nicht immer liebt man Fastenspeisen,
Der Grundsatz gilt auch für die Meisen.
Sie gucken scharf in alle Ritzen,
Wo fette Käferlarven sitzen,
Und fangen sonst noch Myriaden
Insekten, die dem Menschen schaden;
Und hieran siehst du außerdem,
Wie weise das Natursystem.«

Die Meis(t)en von uns haben sie bestimmt schon gesehen und auch gehört. Dieses kleine quirlige gefiederte Wesen aus der Familie Meisen (Paridae). Diese Familie gehört in die Unterordnung der Singvögel (Passeri), die wiederum in die Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) fällt. Wer Interesse an dieser Taxonomie hat, kann sein Wissen zum Beispiel hier noch vertiefen.

Für meine Meisenseite soll es aber der Zuordnung genug sein.
Im Übrigen sind korrekte Zuordnungen im Tier- und Pflanzenreich aufgrund
unterschiedlicher taxonomischer Systeme und unterschiedlichen Autoren eh schon sehr schwierig und häufig verwirrend.


Am Beispiel der Blaumeise wird dieses Problem offensichtlich, da einige Autoren die Blaumeise als Parus caeruleus nach wie vor der Gattung Parus zuordnen, während die meisten anderen die Zuordnung zur Gattung Cyanistes bevorzugen und die Blaumeise entsprechend als Cyanistes caeruleus bezeichnen. Soviel also zur Zuordnung.

Da über 50 Meisenarten existieren, kann ich an dieser Stelle unmöglich auf jede einzelne eingehen, daher beschränke ich mich auf die wenigen Arten, die in meiner Region regelmäßig anzutreffen sind. Für eine ausgesprochen ausführliche Beschreibung der Blaumeisen kann ich euch diesen Artikel empfehlen, daher hier nur ein kurzer Überblick über die wesentlichen Merkmale dieser Spezies. Die Angaben werden im Laufe der Zeit ergänzt.
Wer sich lieber mal die " Vogelbeschreibungen der etwas anderen Art " durchlesen möchte, wird hier vielleicht seine Freude haben.

Die Blaumeise im Überblick:


Flügel, Schwanz und Scheitel der Blaumeise sind - wohl nicht überraschend – blau gefärbt. Ihr Rücken ist grünlich, das Bäuchlein gelb mit einem schwarzen senkrechten Strich. Ein kleiner aber kräftiger schwarzer Schnabel ziert das überwiegend weiße Gesicht.
Diese kleine „Kollegin“ der Kohlmeise ist so zwischen 11 und 12 cm groß. Ihr Gewicht liegt zwischen 9-12 g, je nachdem ob Männlein oder Weiblein, ob Winter oder Sommer, oder je nach Brutzeit, variiert ihr "body mass index".
Sie gehört zu den Frühstartern in der Paarungszeit. Schon im Januar kann heftig geflirtet werden. Der eigentliche Nestbau fällt meist in den Vorfrühling. Die Gelege sind unterschiedlich groß, meist sind es 6-12 Eier, gelegentlich sogar mehr.
Je nach Gelegegröße bebrütet "Frau Meise" ihre Eier ca. 13-16 Tage. Das kann bei größeren Gelegen auch schon mal etwas länger sein. Sie zählt zu den Höhlenbrütern und nutzt als natürliche Brutstätte Baumhöhlen und Ähnliches. Künstliche Nisthilfen nimmt sie aber auch gerne an.
Die Nestlingsdauer schwankt zwischen 19 und 20 Tagen, auch dieser Zeitraum kann sich verkürzen, bzw. verlängern. Die "Blaue" zählt zu den Insektenfressern, da Insekten im Winter jedoch schwer aufzutreiben sind, stellt sie ihre Kost auf Körnerfutter um und ist dann als „Vegetarier“ regelmäßiger Gast an aufgestellten Futterspendern. Im Sommer füttert sie die Küken mit allem was so „kreucht und fleucht“, unterstützt von "Herrn Blaumeise". Sobald die Nestlinge flügge sind und das traute Heim verlassen haben, werden sie von ihren Eltern noch einige Zeit weiter versorgt.
Laubwälder sind der bevorzugte Lebensraum der Blaumeise, man trifft sie aber auch in Parks, Obstgärten und Siedlungen an. Sie ist ein quirliger Charakter und recht kreativ.

Zitat:
"Meisen sind sehr einfallsreich und können sich in kürzester Zeit auf ein neues Nahrungsangebot einstellen. So fanden Blaumeisen bei einem Versuch schnell heraus, dass sie eine Reihe von Pfropfen herausziehen oder kleine Schubladen öffnen mussten, um an ihr Futter heranzukommen. Fliegen Blaumeisen in ein Haus hinein, überkommt sie zuweilen der unwiderstehliche Drang, Tapeten zu zerfetzen, Buchseiten, Zeitungen und Zettel zu zerreißen und blindlings auf Fensterkitt und anderes Material einzuhacken. Der Grund für diesen sonderbaren Drang ist nicht bekannt. Er mag jedoch mit dem Verhalten dieser Vögel bei der Nahrungssuche zusammenhängen. "

Das soll es in groben Zügen vorerst gewesen sein, mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Kohlmeise im Überblick


Im Gegensatz zu ihrer Verwandten, der Blaumeise, ist nicht nur ihre Zuordnung (Parus major) eine andere, sondern auch ihr Äußeres. So ist die Kohlmeise im Schnitt 14 cm groß und ihre Statur auch etwas kräftiger. Mit ihrem Durchschnittsgewicht von 20 g wiegt sie damit fast doppelt soviel wie ihre kleinere "Cousine".
Man kann die beiden Arten gut an ihrem Aussehen unterscheiden.

Die Kohlmeise hat einen schwarzen Kopf und weiße Wangen. Der kleine, kräftige, schwarze Schnabel ist ist dem der "Blauen" ähnlich. Ein schwarzer Kehlfleck geht abwärst in einen schwarzen Bauchstreif über. Dieser Streifen auf dem gelben Bauch ist ein gutes Merkmal für die Geschlechterbestimmung. Beim Männchen is er breiter als beim Weibchen. Der Rücken einer Kohlmeise ist graugrün gefärbt.

Auch sie zählt zu den Höhlenbrütern, die ihr Nest in Baumhöhlen oder Mauerhöhlen baut. Besteht Wohnungsmangel, ist sie ein dankbarer Abnehmer von künstlichen Nisthilfen.
Im Allgemeinen ist sie nicht wählerisch und nutzt manchmal die merkwürdigsten Plätze zum Brüten. So kann es passieren, dass der Nachwuchs in einer Gießkanne (wie bei Sandra), oder einem Briefkasten aufwächst.

Die Gelegegröße ist recht variabel. Durchschnittlich sind es 6 bis 10 Eier. Da die Kohlmeise, im Gegensatz zur "Blauen" auch mehrmals im Sommer brütet, kann die Gelegegröße auch kleiner, bzw. größer ausfallen. Die Brutdauer beträgt ca. zwei Wochen.

Nach ca. 18 - 19 Tagen, sind die Nestlinge soweit auszufliegen. Auch hier kann die Dauer bis zum Ausflug variieren. Da die Jungvögel die ersten drei Wochen nach dem Ausflug noch nicht auf eigenen Krallen stehen, werden sie weiterhin von ihren Eltern versorgt.

Auch die "Kohli" zählt zu den Insektenfressern, die im Winter auf Körner und Sämereien umsteigen. Sie ist daher ein häufiger Gast am Futterhaus. Mit vollem Körpereinsatz wird dort an den Meisenknödeln rumgehackt.

Ursprünglich ist auch sie ein Laub - und Mischwaldbewohner, hat sich aber ihrer Umwelt angepasst. Die Verstädterung der Kohlmeise hat interessante Veränderungen bei der Art hervorgerufen. Man kann tatsächlich Unterschiede zur "Landmeise" feststellen.

Die Haubenmeise im Überblick


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ie Haubenmeise (Lophophanes cristatus, formals Parus cristatus) ist nur geringfügig größer als die Blaumeise. Bei einer Größe von
11 bis 12 cm bringt sie stolze 10- 13 g auf die Waage. Kennzeichnend ist, wie ihr Name schon vermuten lässt, die Haube. Das aufrechte, schwarz-weiße Kopfgefieder läuft am oberen Ende spitz zu.

Dadurch unterscheidet sie sich gravierend von den anderen Meisen, eine Verwechslung ist nahezu unmöglich. Das Gesicht ist hell, überwiegend weiß mit unauffälligen bräunlichen Federpartien um ihr Auge herum. Hinter ihrem Auge verläuft ein auffälliger, sichelförmiger Streif abwärts zum Kinn. Ein schwarzer Kehlfleck geht in einen dünnen Halsring über. Das unauffällige Rückenkleid, ist in einem warmen braun gehalten, das Bäuchlein ist dagegen in einem hellen beige gefärbt, das zu den Flanken hin eine dunklere Färbung annimmt.

Nadelwälder sind ihr bevorzugter Lebensraum, dennoch kann man sie auch in Mischwäldern antreffen. Im Gebirge trifft man sie im Sommer bis auf 2000 Meter an. Sie kommt ausschließlich in Europa vor (Spanien bis hin zum Ural).

Wie die bereits erwähnte Kohl – und Blaumeise, ist auch die Haubenmeise in erster Linie ein Insektenfresser, wobei Sämereien mit auf dem Speiseplan stehen. Sie ist ein eher scheues Wesen und nicht so häufig an Futterstellen anzutreffen.

Als Höhlenbrüter bevorzugt sie natürliche Nistmöglichkeiten, die sie in alten, morschen Bäumen, Baumstümpfen oder Wurzelstöcken findet. Bei Bedarf wird in „Spechtmanier“ mit kräftigen Schnabelhieben der Wohnraum passend zurecht gehämmert. Ab März bis Juni ist bei den Haubenmeisen Brutsaison. Das Gelege der Haubenmeise besteht meistens aus 6-8 Eiern und fällt damit kleiner aus als bei der Blaumeise. Jährlich sind ein bis zwei Bruten zu beobachten. Wie bei (fast) allen Meisen, bebrütet ausschließlich das Weibchen die Eier und wird in dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach 13 bis 16 Tagen schlüpft der Nachwuchs und wird ca. 3 Wochen lang von beiden Elternteilen großgezogen. Es dauert ca. noch 2,5 bis 3 Wochen, ehe die Jungvögel nicht mehr auf die Hilfe der Eltern angewiesen sind und eigenständig dem Nahrungserwerb nachgehen können.
Hier die Stimme der Haubenmeise.

Die Tannenmeise im Überblick


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ie Tannenmeise (Periparus ater) wirkt bei flüchtiger Betrachtung wie eine kleine Kohlmeise. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass sie mit ca. 11 cm Körperlänge und einem Gewicht von ca. 9 g, deutlich kleiner ausfällt. Auch sind eindeutige Unterschiede in der Gefiederfärbung vorhanden.
Das Bäuchlein weist ein helles Graubraun auf, zu den Flanken wirkt sie eher cremefarben. Auf einen Bauchstreif hat sie verzichtet. Der Kopf ist glänzend schwarz gefärbt, unterbrochen durch einen deutlichen weißen Nackenfleck, der länglich geformt ist. Ihre Wangen sind weiß, ein großer schwarzer Latz ziert ihre Kehle. Das Rückengefieder ist blaugrau gefärbt mit zwei weißen Flügelbinden. Sie ist die kleinste Meise Mitteleuropas.

Nadelwälder sind bevorzugter Lebensraum der Tannenmeise, aber auch Parkanlagen oder Mischwälder werden nicht verschmäht. In Südeuropa lebt sie sogar in reinen Laubwäldern.

Die Brutperiode bei den Tannenmeisen liegt, je nach Region, zwischen April bis Mitte August. Ebenso regional abhängig ist die Anzahl der Bruten, diese kann von einer bis hin zu drei Bruten im Jahr betragen. Grob gesagt, je südlicher, desto mehr Bruten.

Die Gelegegröße schwankt zwischen 6-10 Eier. Die Brutdauer beträgt ca. 14-16 Tage. Auch bei Familie Tannenmeise versorgt der „Gatte“ seine Frau während der Brutzeit mit Nahrung. Die Nestlinge verbringen ca. 16-18 Tage in der Nesthöhle.
Diese Höhle kann in Bäumen oder Felsen liegen, ebenso hat man aber auch Tannenmeisen beobachtet, die ihr Gelege in Mäuselöchern hatten. Nistkästen, ohne Frage, sind auch ein beliebter Ort, um den Nachwuchs aufzuziehen.

Tannenmeisen sind in ihrer Nahrungswahl ebenso flexibel wie viele andere Meisenarten. Im Sommer sorgen Insekten für einen gefüllten Magen, im Winter sind es Sämereien und Körner die sie sich häufig an Futterstellen holt.

Die Sumpfmeise im Überblick

Die Sumpfmeise (Poecile palustris) sieht ihrer Zwillingsart der Weidenmeise zum Verwechseln ähnlich und auch ihr Name stiftet Verwirrung. Eine eindeutige Bestimmung ist zuweilen recht schwierig. Man mag denken, sie lebt in sumpfigen Gebieten. Feuchtgebiete sind allerdings weniger ihr Lebensraum. Vorwiegend findet man die Sumpfmeise in Mischwäldern mit älterem Baumbestand, Feldgehölzen, Gärten und Parkanlagen.

Mit knapp 12 cm Länge hat sie die typische „Meisendurchschnittsgröße“. Mit ihren 10-11 g Durchschnittsgewicht zählt sie nicht zu denen, die an eine Diät denken müssen. Ihrer äußere Erscheinung, ist eher unauffällig. Sie trägt eine glänzend schwarze Kopfkappe, die sich bis in das Genick erstreckt und einen kleinen schwarzen Kinnfleck. Der Rücken ist gleichmäßig graubraun gefärbt ohne helles Flügelfeld. Ihre Unterseite dagegen ist schmutzigweiß, die Flanken weisen eine helle Beigefärbung auf.

Im März begeben sich die Sumpfmeisenpaare auf Wohnungssuche, der Brutbeginn fällt in den April und kann bis in den Juni hineinreichen. Das Weibchen nistet meist in Laubbaumhöhlen, die sie manchmal noch vergrößert. Auch Nistkästen werden bei Bedarf angenommen. Die Gelegegröße beträgt im Schnitt 7-9 Eier, die vom Weibchen ausgebrütet werden. Nach ca. 14-15 Tagen schlüpfen die ersten Küken. Die Nestlingsdauer beträgt 17-20 Tage, während dieser Zeit füttern beide Elternteile die Kleinen.

Wie alle bisher aufgeführten Meisenarten, zählt auch diese zu den Insektenfressern, die im Winter ihre Ernährung auf Sämereien und Körnerfutter umstellen. An den Futterstellen ist sie häufig anzutreffen.

Die Weidenmeise im Überblick


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ie Weidenmeise (Poecile montana) ähnelt in ihrer Erscheinung sehr der Sumpfmeise. Kaum merkliche Unterschiede finden sich in ihrer Statur. Die Weidenmeise hat mit knapp 12 cm die gleiche Größe, wirkt aber gedrungener, nicht so harmonisch proportioniert wie ihre Zwillingsart. Die Waage schlägt bei ihr auch etwas höher aus, bis hin zu 13 g.
Auch ist bei ihr die Kopfkappe schwarz (aber nicht glänzend) und reicht weit in den Nacken hinein. Kopf und Kehlfleck sind etwas größer als bei ihrer "Schwester". Der Rücken ist graubraun, weist aber ein helles Flügelfeld auf. Die Flanken sind hellbraun und damit minimal dunkler als bei der Sumpfmeise. Eindeutig lassen sich die beiden Arten am Gesang unterscheiden.

Ihr Habitat würde man eher der Sumpfmeise zuordnen. Die Weidenmeise ist ein Kulturflüchter und bewohnt feuchte oder sumpfige Biotope. Auwälder mit Birken, Erlen, Pappeln und Weiden zählen zu ihrem bevorzugten Lebensraum. Sie meiden menschliche Siedlungen und deswegen wird man sie kaum am Futterspender im Winter antreffen.

Weidenmeisen zimmern sich ihre Bruthöhle selbst. Dabei wählen sie meistens morsches Weichholz. Beide Partner wechseln sich bei der anstrengenden Arbeit ab. Zur Brut und Aufzucht nehmen sie aber auch bereits vorhandene Spechthöhlen oder Löcher an, die bei Bedarf vergrößert werden. Die Gelegegröße liegt im Schnitt bei 7-8 Eier. Die Brutdauer beträgt gut zwei Wochen. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen versorgt.
Die Nestlingszeit erstreckt sich über 17-19 Tage, wobei auch bei dieser Art beide Elternteile füttern.

Die Stimmen der Zwillingsarten im Vergleich:
Stimme Weidenmeise ; Stimme Sumpfmeise

Die Schwanzmeise im Überblick


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an kann die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) zu einer der auffälligsten Meisenarten zählen. Ihr kugeliger, kleiner Körper mit dem langen, stufenartigen Schwanz sind kaum zu verwechseln. Sie ist stolze 14 cm lang, wobei ihr Schwanz länger ist, als ihr Rumpf. Trotz dieser Körperlänge bringt sie kaum mehr als 9 g auf die Waage.
Ein winziger Schnabel ist ein weiteres Kennzeichen dieser Meisenart. Das Rückengefieder beginnt am Nacken mit einer schwarzen Färbung und geht in eine braun-rosa Färbung über. Die Flügel sind schwarz-braun, nach außen weiß abgegrenzt, nach innen mit einem rötlichen Feld.
In Deutschland trifft man auf zwei Unterarten der Schwanzmeise. Die Meisen mit einem reinweißen Kopf und die mit einem schwarz geränderten Kopf. Beide unterscheiden sich sonst kaum und man kann sie gemeinsam in einem Meisentrupp antreffen. Sie besiedeln Laub - und Mischwälder, Auwälder, Gärten und Parkanlagen.

Die Schwanzmeise unterscheidet sich nicht nur äußerlich von ihren Artgenossen. So bauen die Partner zum Beispiel ab Anfang März in Bäumen oder Sträuchern ein kunstvolles, eiförmiges, fast geschlossenes Nest mit seitlichem Eingang. In der Regel werden 8 – 12 Eier gelegt.
Beide Partner brüten abwechselnd. Nach ungefähr 14 Tagen schlüpfen die Jungen. Es gab Beobachtungen von Aufzuchten der Schwanzmeisen, bei denen nicht nur Mutter und Vater die Jungtiere fütterten, sondern es traten auch zusätzlich andere Schwanzmeisen hinzu, die bei der Aufzucht mithalfen. Nach ungefähr 14 bis 18 Tagen sind die Minis flügge, ein lockerer Familienverband kann bis in den nächsten Frühling hinein bestehen.

Diese Meisenart ernährt sich vorwiegend von Insekten, ist aber im Winter in kleineren Trupps auch an Futterstellen zu beobachten. Diese werden „geentert“ und nach wenigen Minuten der Nahrungsaufnahme wieder verlassen. Auch in diesem Verhalten unterscheidet sie sich deutlich von ihren Artgenossen.

Die Informationen über die verschiedenen Meisenarten stammen aus folgenden Quellen:
Fotoatlas der Vögel von Jürgen Nicolai, erschienen bei Gräfe und Unzer 1982
Die Kosmos Vogelenzyklopädie von Peter Hayman und Rob Hume 2003

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