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Greifvögel

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Der Mäusebussard im Überblick

Der Mäusebussard (Buteo buteo) ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. So verwundert es nicht, dass man ihn auch in Deutschland das ganze Jahr über sichten kann.

Er stellt keine großen Ansprüche an seinen Lebensraum und begnügt sich mit einigen offenen Feldflächen für die Nahrungssuche und einem kleinen Fleckchen Wald für die Anlage eines Nests.

Mit durchschnittlich 55 cm Größe, einer Flügelspannweite von ca. 120 cm und einem Durchschnittsgewicht von 1000g, kann man den Mäusebussard zu den mittelgroßen Greifvögeln zählen. Wie bei vielen anderen Greifvogelarten, ist auch bei den Mäusebussarden das Weibchen größer als das Männchen.

Sein typisches Flugbild zeigt ziemlich breite, mittellange und gebänderte Flügel mit geschwungenem Hinterrand und einen kurzen, runden Schwanz. Die dunklen Flügelinnenseiten weisen einen breiten, hellen Außenrand auf, der bei einem adulten Tier durch einen dunklen Flügelhinterrand begrenzt ist. Sein Äußeres ist sehr variabel, es gibt fast weiße Mäusebussarde bis hin zu schwarzbraunen Individuen.
Das typische "Outfit" ist mehr oder weniger dunkelbraun mit hellem Schwanz und viel weiß im Inneren der Flügelunterseite. Die meisten Mäusebussarde haben zudem einen dunklen Buglatz. Der abgerundete und quergebänderte Schwanz sind charakteristisch für ihn. Das Rückengefieder ist meist dunkelbraun ohne auffallende Kennzeichen und schaut bei beiden Geschlechtern gleich aus.

Die Standardbeute eines Mäusebussards besteht meist aus Mäusen, Maulwürfen oder anderen kleinen Säugetieren. Größere Tiere wie Hühner oder Kaninchen erweitern den Speisezettel, ebenso auch Heuschrecken, Käfer, Eidechsen oder Kröten.

Oft kann man den Mäusebussard am Straßenrand auf einem Pfahl oder Pfosten sitzen sehen, von dem er nach Nahrung Ausschau hält. Überfahrene Tiere zählen mit zu seiner Nahrungsquelle, was allerdings auch ein Verhängnis für ihn ist. Nicht selten wird er dabei selbst Opfer eines Verkehrsunfalls. Wenn er nicht von seinem Ansitz jagt, kann man ihn auch häufig in Kreisen segelnd am Himmel beobachten. Geschickt nutzt er dabei die Thermik und kann so ausdauernd und oft auch rufend, nach Beute Ausschau halten.
Wie der Turmfalke, beherrscht auch er das " Rütteln", diese Technik wendet er allerdings nicht häufig an.

Während der Balz ab Februar kann man beeindruckende Schauflüge der Brutpaare beobachten. Häufig stößt ein Partner auf den anderen herab, wobei sich der untere auf den Rücken dreht und seine Füße dem Partner entgegenstreckt.

Das Bussardnest befindet sich häufig in Waldrandnähe auf einem hohen Baum. Der Horst wird aus Zweigen errichtet. Im März beginnt das Weibchen mit der Eiablage, das Gelege besteht meist aus 2-3 Eiern, die jeweils im Abstand von 2-3 Tagen gelegt werden.
Die Brutdauer beträgt im Schnitt 33-35 Tage, beide Partner wechseln sich dabei ab. Bis zum Ausflug der jungen Bussarde verstreichen nochmals ca. 45 Tage. In dieser Zeit versorgen die Eltern den Nachwuchs. Auch wenn die Jungvögel schon flugfähig sind, werden sie noch bis zu 10 weiteren Wochen von den Eltern versorgt.


Der Turmfalke im Überblick

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist in Deutschland relativ häufig anzutreffen. Er passt sich seinem Lebensraum an und so trifft man ihn auch in Großstädten wie Berlin oder auf dem Lande an. Allerdings meidet er dicht bewaldete Gebiete, da ihm diese bei der Jagd behindern.

Auch beim Turmfalken unterscheiden sich die beiden Geschlechter vom Äußeren. Das Männchen (Terzel) besitzt im Gegensatz zum Weibchen einen grauen Kopf und grauen Schwanz. Der Schwanz des Weibchens ist passend zum Deckgefieder rotbraun und gebändert.

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eide haben einen "Bartstreifen", eine dunkle Gesichtszeichnung die vom Auge senkrecht abwärts zum Hals verläuft. Bei beiden ist das Rückengefieder in einem warmen rötlich-braunen Farbton, mit dunklen "Tropfen". Dieses Tropfenmuster ist bei dem Weibchen mehr gebändert als beim Männchen. Brust und Bauch sind rahmgelb mit dunklen Flecken. Die äußeren Flügelspitzen sind schwarz gefärbt und fallen deutlich auf.
Die Flügelinnenseite ist beige und gebändert. Beide haben an ihrem Schwanzende eine deutliche, dunkle Schwanzbinde.
Weibliche Turmfalken sind minimal größer als das Mänchen. Im Schnitt liegt die Größe zwischen 34-36 cm. Das Gewicht beträgt ca. 200-220g, ist bei den Weibchen zur Brutzeit allerdings höher, bis hin zu 300g. Die Flügelspannweite beläuft sich auf ca. 75-76 cm.

Der sogenannte Rüttelflug ist kennzeichnend für den Turmfalken. Beim Rütteln bleibt der Kopf bewegungslos in der Luft stehen, die Bewegungseffekte des Windes gleicht er mit Flügeln und Schwanz sowie durch Änderung des Anstellwinkels aus.

Turmfalken ernähren sich vorwiegend von Mäusen, aber auch größere Beutetiere wie Ratten oder Stare werden verspeist, sofern der Überraschungsangriff auf sie geglückt ist. Gelegentlich können auch Insekten oder Reptilien auf seiner Speisekarte stehen.

Die Balz des Turmfalken findet meist im März/April satt. Bei der Horstplatzwahl ist er so vielseitig wie kaum eine andere Greifvogelart. Ursprünglich nistete der Turmfalke in ausgedienten Krähen - Greifvogel - oder Eichhörnchennestern, in ausgefaulten Baumhöhlen oder Felsnischen.
In Städten bevorzugt er Türme oder Nischen in hohen Gebäuden. Auch künstliche Nisthilfen werden von ihm bei Wohnungsmangel angenommen. Ein Nest/Horst baut er nicht, die Eier werden auf dem blanken Boden abgelegt.

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as Turmfalkengelege besteht meist aus 4-6 Eiern, die ca. 28-29 Tage lang und überwiegend vom Weibchen bebrütet werden. Die Brutablösung erfolgt, wenn sie sich der Nahrungsaufnahme zuwendet. Der Terzel versorgt das Weibchen während der Brutdauer. Nach dem Schlupf werden die Jungvögel ca. 30 Tage lang im Horst von beiden Elternteilen versorgt, nach erfolgtem Ausflug ungefähr noch weitere 4 Wochen. Im Herbst löst sich der Familienverband endgültig auf.

Der Uhu im Überblick

Uhus (Bubo bubo) sind mit ihren 66-71 cm die größte Eulenart. Ihre Flügelspannweite misst beachtliche
160-170 cm. Auch bei den Uhus ist das Weibchen größer als ihr Partner. Bei den erwachsenen Tieren beträgt das Durchschnittsgewicht ungefähr 2000 bis 2500g. Sichtbare Unterschiede im Gefieder sind bei den Geschlechtern nicht vorhanden.

Ihr Flugbild zeigt lange, breite Flügel und einen kurzen, eckigen Schwanz. Die hellen Innenseiten der Flügel sind an den Spitzen deutlich gemustert.

Uhus haben einen kräftigen, gedrungenen Körperbau. Die Federohren stehen meist v-förmig oder waagerecht vom Kopf ab. Auffallend große, orangerote Augen stechen aus dem sonst unauffälligen und unverzierten Gesichtsschleier hervor. Das Federkleid eines Uhus ist gelbbraun gefleckt, auf dem Rücken dunkler als im Frontbereich. Flanken und Bauch sind fein quergebändert.

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m Vergleich zu anderen Greifen, sind beim Uhu die Beine und Füße befiedert. Er zählt zu den nachtaktiven Vögeln und lässt schon in der Abenddämmerung ein unverkennbares " buhu" mit seiner tiefen und dumpfen Stimme erklingen.

Uhus benötigen ein großes Revier. Vorzugsweise abwechslungsreiches Gelände mit Gewässern, Gehölzen, Hecken und offenen Flächen. Die meisten Uhus in Deutschland, leben im Mittelgebirgsraum und im Alpenvorland.

Ihre Nahrung besteht überwiegend aus kleinen bis mittelgroßen Säugetieren und Vögeln, wie z.B. Igel, Hasen, Käuzchen, Krähen. Sein Speiseplan ist weit gefächert, so wurden mehr als 50 verschieden Säugetierarten und knapp 180 unterschiedliche Vogelarten in seinen Gewöllen entdeckt. Er stellt seiner Beute nicht nur im Flug nach, sondern ist auch per Pedes am Boden ein schneller Jäger.

Noch im Winter beginnen die Uhus mit der Balz. Ab März wird meist in Felsnischen (im Flachland in Baumhorsten oder gar auf dem Boden) gebrütet. Das Weibchen legt 2-4 Eier, die sie alleine ausbrütet, während sie vom Partner versorgt wird. Nach 33-35 Tagen schlüpfen die jungen Uhus.

Beide Eltern beteiligen sich an der Aufzucht und versorgen die Kleinen ca. 2 Monate lang am Brutplatz.
Die Dauer kann je nach Brutplatz variieren. Erst im Alter von ca. 9 Wochen sind junge Uhus flugfähig, werden aber weiterhin noch ungefähr 10-15 Wochen von den Eltern versorgt. Ende Oktober löst sich der Familienverband auf.

Wer ein offenes Ohr für die Natur hat, kann sich hier verschiedene Stimmen von Greifen und anderen Vögeln anhören.

Der Sperber im Überblick

Der Sperber (Accipiter nisus) ist mit seinen 30-38 cm in etwa so groß wie eine Turmfalke. Allerdings sind die Größenunterschiede zwischen dem Männchen und dem Weibchen sehr deutlich. Frau Sperber unterscheidet sich aber auch noch zusätzlich vom Äußeren von Herrn Sperber. Dadurch ist es für den Beobachter relativ leicht zu erkennen, wen er gerade vor sich hat.

Das Sperberweibchen hat ein graubraunes Rückengefieder, das ein wenig dunkler ist, als das des Männchens. Einen auffallenden, hellen Augenstreif und eine schmutzigweiße gesperberte (feine Querbänder) Brust. Zu den Flanken hin färbt sich das Gefieder orangebraun. Sie bringt ein Durchschnittsgewicht von ca. 234 g auf die Waage.

Das Sperbermännchen wiegt ungefähr nur 2/3 so viel wie das Weibchen. Sein Gefieder ist auf dem Rücken blaugrau und ein wenig auffallender als das des Weibchens. Das Brust - und Bauchgefieder ist ebenso deutlich gesperbert, allerdings nicht schmutzigweiß sondern orangebraun.

Beide Geschlechter haben einen auffallend langen Schwanz. Die gelben und relativ langen Beine wirken recht dünn. Die Mittelzehe ist stark verlängert.

Diese Greifvögel sind in ihrem Flugbild gekennzeichnet durch einen kleinen Kopf, kurze und abgerundete Flügel, die an den Innenseiten weiß und gebändert sind und dem langen mit 4-5 Querbändern verzierten Schwanz.

Die Flügelspannweite beträgt in etwa 60-80 cm, damit zählt der Sperber zu den kleineren Greifen. Im Flug kann man ihn leicht mit einem Habicht verwechseln.

In Mitteleuropa besiedelt der Sperber vorwiegend Nadel - und Laubwälder, allerdings ist auch bei ihm zunehmend eine Verstädterung zu beobachten. Durch diese Anpassung an seinen Lebensraum ist es möglich, ihn in Parks und Grünanlagen wie z.B. Friedhöfen, zu sichten.

Er ist ein geschickter und wendiger Flieger, der "tollkühne" Flugmanöver vollziehen kann. Eine seiner großen Stärken bei der Jagd besteht aus einem aus der Deckung hervor gestarteten Überraschungsangriff. Nicht selten gelingt es ihm Meisen vom Meisenknödel zu schnappen. Aber auch er ist fähig, seine Beute zu Fuß durch das Gestrüpp zu verfolgen. Die Hauptnahrungsquelle des Sperbers sind beim Männchen kleine Singvögel wie Finken, Sperlinge, Meisen, bei der wesentlich größeren Sperberdame darf die Beute auch mal größer sein, bis hin zur Größe einer Ringeltaube.

Die Balz der Sperber kann Anfang März beginnen, die Hauptbrutzeit dagegen fällt in den Mai. Der Nestbau erfolgt gemeinsam, das Brüten übernimmt (fast) ausschließlich das Weibchen. Da sie während des Brütens in der Mauser ist und die Jagd einstellt, ist sie auf eine gute Versorgung durch den Partner angewiesen. Ein normal großes Sperbergelege besteht aus 4-6 Eiern, die Brutdauer beträgt 33-35 Tage. Bis zum Ausflug der Jungvögel dauert es nochmals ca. 30 Tage. Danach werden sie noch ca. 3 Wochen von den Eltern weiter versorgt.

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