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Vögel im Sommer

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Vögel im Sommer

Eine kurze Bemerkung vorab:

Einige der Sommervögel sind das ganze Jahr über in Deutschland anzutreffen. Ich habe sie als Sommervögel katalogisiert, da ich sie in der unmittelbaren Umgebung im Winter so gut wie nie zu Gesicht bekam. Bezugsquellen der Informationen findet ihr am Ende der "Wintervögelseite".

An dieser Stelle möchte ich meinen besonderen Dank an alle richten, die mich in irgendeiner Form bei der Gestaltung meiner Vogelseiten unterstützt haben. Besonders erwähnen möchte ich Michael Gerber aus der Schweiz, der mir den größten Teil der Bilder zur Vefügung gestellt hat. Für Vogelliebhaber lohnt es sich auf alle Fälle seine Seite http://www.birds-online.ch/index.php
zu besuchen. Dort findet ihr leicht verständlich die Beschreibung der einzelnen
Körperteile und Federpartien, sowie verschiedener Zeichnungsmuster und
ornithologischer Fachbegriffe.

Tatkräftig mit aussagestarken Photos haben mich Christian Blumenstein
und Heike Steinbrück unterstützt.

Herzlichen Dank euch allen!


Einige Sommergäste bildlich gesehen

Die Bachstelze im Überblick

Die Bachstelze (Motacilla alba) ist die in Europa am weitesten verbreitete Stelzenart. Sie bevorzugt offene Lebensräume, weshalb sie abseits dichter Vegetation zu finden ist. Ihr Name lässt irrtümlicherweise vermuten, dass sie an wasserreiche Gebiete gebunden ist. Sie ist ein kontrastreicher 18 cm großer Vogel, der ansehnliche 25 g auf die Waage bringt. Ab März trifft sie aus Afrika kommend bei uns ein. Sie gehört zu den ersten Langstreckenziehern, die sich bei uns blicken lassen.

I
hr Flugbild ist auffallend wellenförmig und ebenso unverkennbar wie ihr Äußeres. Das Gesicht und der seitliche Hals sind weiß, auf dem Kopf bis in den Nacken hinein ist das Gefieder schwarz. Die Kehle und Brust sind schwarz, der Bauch dagegen weiß. Das Rückengefieder ist überwiegend grau, der lange Schwanz schwarz mit weißen Außenkanten. Ihre sehr nahe Verwandte, die Trauerbachstelze (Motacilla alba yarrellii), die überwiegend in Britannien und in den Küstengebieten Deutschlands vorkommt, hat ein schwarzes Rückengefieder.

Die Balzzeit beginnt bei ihr im März, die Brutsaison liegt zwischen April und August. Das Bachstelzennest kann sich in Mauerlöchern, Uferböschungen, auf Dachbalken oder in anderen ausgefallenen Halbhöhlen befinden. Künstliche Nisthilfen werden angenommen. Das Gelege besteht oft aus 5-6 Eiern, die alleine vom Weibchen ausgebrütet werden. "Herr Bachstelze" versorgt während dieser Zeit seine Partnerin. Nach ca. 14 Tagen stellt sich der Nachwuchs ein.

B
eide Elternteile versorgen die Kleinen mit Insekten aller Art. Spinnen und Ameisen ergänzen die Kost. Die Nahrungssuche erfolgt meist trippelnd und mit charakteristischem Schwanzwippen auf dem Boden. Gelegentlich werden Insekten auch im Jagdflug erbeutet. Nach ca. 2 Wochen sind die Mini-Bachstelzen flügge und werden nach ihrem Ausflug noch eine zeitlang von den Eltern versorgt. Zwei Bruten im Jahr sind bei der Bachstelze die Regel.

Ab September bis spät in den Oktober tritt sie ihre lange Reise in die wärmeren Überwinterungsgebiete an.

Der Hausrotschwanz im Überblick

Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochrurus) ist ca. 14 cm groß und wiegt ca. 17g. Damit ist er ein wenig kleiner und schlanker als der Haussperling. "Herr und Frau Rotschwanz" sind äußerlich gut zu unterscheiden.

Seine Stirn ist schwarz, das Rückenkleid dunkelgrau bis schwarz. Gelegentlich kann er eine weiße Zeichnung auf der Stirn haben. Besonders im Flug, aber auch in sitzender Haltung fallen der rostrote Bürzel und Schwanz ins Auge. Bauch und Brust sind bei ihm ebenso dunkel wie das Rückenkleid, werden zum Steiß hin aber heller. Ältere Hausrotschwanzmännchen besitzen einen weißen Flügelspiegel.

"
Frau Rotschwanz" ist dezenter gekleidet. Ihre Oberseite ist einheitlich graubraun, Brust und Bäuchlein grauweiß. Auch sie hat den auffallenden rostroten Bürzel und Schwanz. Beide Geschlechter knicksen häufig und zittern mit ihren Schwänzen. Ihre Stimme hört sich so an.

Mitte März kommen sie in unsere Region. Ursprünglich sind Hausrotschwänze Gebirgsbewohner, besiedeln seit längerer Zeit aber auch Industriegebiete, Dörfer und Städte.

Ab April sieht man das Weibchen Nistmaterial eintragen. Sie baut ein napfförmiges Nest aus trockenen Halmen und Moos. Als Halbhöhlenbrüter können Rotschwanznester in Mauerlöchern oder auf dem Dachgebälk errichtet werden. Die angebotenen Nisthilfen werden von ihnen angenommen. Für das Ausbrüten der 4-6 Eier ist alleine das Weibchen zuständig. Die Brutadauer beträgt ca. zwei Wochen. Zwischen ihrem 15ten-17ten Lebenstag verlassen die jungen Rotschwänze das Nest. Bis dahin wurden sie und werden auch eine kurze Zeit lang weiter, von beiden Elternteilen mit Insekten, Spinnen, Raupen oder Regenwürmern versorgt. Eine zweite Brut ist bei den Hausrotschwänzen der Regelfall.

Ab Ende September, Anfang Oktober verlassen uns diese Kurzstreckenzieher, um den Winter im Mittelmeerraum zu verbringen.

Der Haussperling im Überblick

Der gesellige Haussperling (Passer domesticus) ist ganzjährig in Deutschland vertreten. Laut zwitschernd und lärmend dürfen wir gleich einen ganzen Trupp von ihnen begrüßen. Als Kulturfolger hat er sich seit Urzeiten dem Menschen angeschlossen und dürfte jedem Landei und Städter bekannt sein. Spatzen sind ausgesprochen vielseitig bei der Wahl ihres Lebensraums. Dörfer und Städte werden gleichermaßen von ihnen bewohnt. Eigentlich ist überall dort, wo auch der Mensch ist.

Seine Statur wirkt recht kompakt, die Waage schlägt bis ca. 30g bei einer Größe von ca. 15-16 cm aus. Er ist ein bräunlicher Singvogel, bei dem sich beide Geschlechter deutlich unterscheiden. Mal wieder sind die Damen unauffälliger gekleidet. Sie sind überwiegend graubraun, der Rücken ist gestreift. Ein breiter, beigefarbener Überaugenstreif und ein heller, hornfarbener Schnabel zieren ihr Gesicht. Bauch und Brust sind einfarbig graubeige. Der Schwanz ist etwas dunkler und auch einfarbig.

Die auffälligere Zeichnung des Männchens beginnt schon am Kopf. Sein breiter Scheitel bestet aus einem grauen Feld, sein kräftiger Schnabel ist dunkel gefärbt. Kehle und Brust weisen einen schwarzen Latz auf. Die seitliche Kopfpartie ist dunkelbraun, die Wangen hellgrau. Rückengefieder und Flügel sind abwechselnd schwarz-braun gemustert. Sein Unterbauch ist heller, beide Geschlechter haben eine weiße Flügelbinde.

Die auffällige Gruppen - und auch Einzelbalz kann ab März/April beobachtet werden. Die Hauptbrutzeit liegt zwischen Ende April bis Ende August. In dieser Zeit können bis zu 4 Bruten großgezogen werden. Beide Partner sind am Nestbau beteiligt. Die Spatzen brüten gerne in kleineren Kolonien.

Als flexible Nischen -, Höhlen - und Freibrüter finden sie unter Dächern, in Maueröffnungen, ausgedienten Schwalbennestern oder in bewohnten Storchenhorsten ein Platz für die Jungenaufzucht. Nisthilfen werden problemlos angenommen. Sie bauen ein kugeliges Nest aus Gras, Stroh, Halmen, Wolle. Das in etwa aus 4-6 Eiern bestehende Gelege wird von beiden Eltern abwechselnd bebrütet. Mit dem Schlupf der Jungvögel ist ca. 14 Tage später zu rechnen. Die Brutdauer verringert sich bei späteren Gelegen und entsprechender Witterung. Nach ca. 14-16 Tagen sind die Mini-Spatzen flügge und werden von beiden Eltern anfänglich mit Insekten, Ameisen oder Spinnen, später auch mit Sämereien versorgt. Nach dem Ausflug betreuen sie beide Elterntiere noch ca. 7-10 Tage lang. Nach spätestens 14 Tagen stehen sie auf eigenen Krallen.

Erwachsene Spatzen ernähren sich von so ziemlich allen, was ihnen vor den Schnabel kommt. Im Winter besuchen sie häufig Futterstellen.



Der Star im Überblick

Der Star (Sturnus vulgaris) ist eine weltweit verbreitete Vogelart. Auch er bevorzugt es in Gesellschaft zu leben und Starenschwärme mit zig Tausend Vögeln sind nicht unüblich. Meist sind es Jungvögel die gemeinsam den Schlafplatz in der Dämmerung aufsuchen.

Mit seinen 20-21 cm und einem Gewicht zwischen 76-81g fällt er ein wenig kleiner als die Amsel aus. Stare zählen zu den Teil - und Kurzstreckenziehern. Sie kommen das ganze Jahr über in Deutschland vor, treffen bei uns aber erst ab Mitte März / Anfang April ein. Ihr Gesang ist sehr vielfältig, da er ein verblüffender Stimmenkünstler ist und andere Geräusche oder Vogelstimmen nachahmt.

Das Starengefieder ist schwärzlich mit einem grünlich-violetten Perlmuttglanz. Die Federspitzen sind hell gefärbt ( Prachtkleid), im Schlichtkleid sind sie schwarz. Die weiblichen Stare sind nur unwesentlich schlichter gekleidet, sie glänzen nicht ganz so intensiv.

Im Flug stehen die hellen Flügelunterseiten im starken Kontrast zum Körper. Ihr Flugbild zeigt auffallend spitz wirkende Flügel und Köpfe, der kurze Schwanz ist fächerförmig gespreizt. Bei der Nahrungssuche auf dem Boden wirkt sein schreitender Gang recht wackelig.

Flexibel hat er sich seiner Umwelt angepasst und kommt in der Stadt wie auf dem Land mit den Lebensbedingungen klar. Man sieht ihn in Parkanlagen, Gärten wie auch im halboffenen Gelände. Dicht bewaldete Gebiete sind nicht sein Ding.

Gebalzt wird ab März, Hochsaison für die Brut liegt zwischen April und Juni. In dieser Zeit werden zwei Bruten aufgezogen. Im Normalfall übernehmen beide Partner den Nestbau und das Brutgeschäft. Die Paare sammeln Halme, Laub, Wolle, Moos und Haare und tragen diese in die Nisthöhle.

Stare sind bei der Nistplatzwahl recht flexibel. So können sie an Gebäuden unter dem Dach, in Bäumen oder in künstlichen Nistkästen ihre Nachkommen großziehen. Meistens legt das Weibchen 4-6 Eier, die von beiden abwechselnd ca. 12-14 Tage lang bebrütet werden.
Die Nestlingszeit beträgt ca. 3 Wochen.
Beide Eltern versorgen die Kleinen mit Insekten aller Art, Weichtiere wie Schnecken, Würmer und Raupen.

Im Herbst wird der Speiseplan mit Früchten und Beeren bereichert. Manch Gärtner findet dann einen leer gefressenen Kirschbaum vor. Futterstellen werden gelegentlich besucht.

Das Rotkehlchen im Überblick

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) lebt gerne in Wäldern und mag die Wassernähe. Friedhöfe, Feldgehölze, Gärten und Parks genügen aber auch den Ansprüchen dieses kleinen Kurzstreckenziehers. In einigen Gegenden Deutschlands sieht und hört man das Rotkehlchen allerdings das ganze Jahr über. Es ist ein Einzelgänger und man wird es höchstens mal gemeinsam mit dem Partner zu Gesicht bekommen. Dem Menschen gegenüber ist es nicht besonders scheu.

Rotkehlchen sind ca. 14 cm groß mit einem Gewicht von ca. 15-18g. Dünne braune Beine tragen den rundlichen Körper. Das an der Stirn beginnende grünlich-graubraune Deckgefieder weist an den Flügeln zwei schwache, helle Flügelbinden auf. Blickfang sind jedoch die auffällige orangerote Brust und die dunklen, runden Augen im roten Gesicht. An den Seiten ist die rote Fläche grau abgesetzt. Die Flanken sind beige, das Bäuchlein weißlich.

Etwa im Februar/März ist die Balzzeit, ab April bis in den August die Brutsaison. Im Normalfall erfolgen 2 Bruten. Den Nestbau übernimmt hauptsächlich das Weibchen. Es kann in Bodenvertiefungen, Böschungen oder Maueröffnungen liegen. Gelegentlich werden künstliche Halbhöhlen, oder Nischenbrüterkästen angenommen. Das napfförmige Nest wird aus Laub, Moos, Halmen, Haaren und Federn errichtet.

Ein Rotkehlchengelege besteht oft aus 5-7 Eiern, die das Weibchen alleine ausbrütet. "Herr Rotkehl" beschafft derzeit die Nahrung. Allerdings findet die Fütterung des Weibchens meist außerhalb des Nests statt. Die Nestlingszeit beträgt ca. 14 Tage. Beide Elternteile beschaffen Insekten, Spinnen und kleine Würmer, um die hungrigen Schnäbel zu stopfen.

Nach ca. 15 Tagen verlassen die Jungtiere das Nest, der Vater versorgt die noch flugunfähigen Kinder, während das Weibchen schon die zweite Brut in Angriff nimmt. Im Alter von ca. 3 Wochen können junge Rotkehlchen selbstständig dem Nahrungserwerb nachgehen. Sobald sie selbständig sind, werden sie von den Eltern aus dem Revier vertrieben.

Im Herbst und Winter erweitert das Rotkehlchen den Speisezettel und frisst Beeren und weiche Sämereien. An Futterhäuschen nimmt es gerne fetthaltige Kost zu sich.

Die Singdrossel im Überblick

Die Singdrossel (Turdus philomelos) ist ein ca. 22 cm großer und ca. 70g schwerer Kurzstreckenzieher, der ab Februar aus den mediterranen Überwinterungsgebieten oder Nordafrika zu uns kommt.

Zur Zugzeit ist dieses Drosselart etwas beleibter, bis zu 90g schwer. Den Rückflug in wärmere Gefilde beginnen die Drosseln ab Ende September.

Sie ist ein überwiegend in Braun gekleideter Singvogel der in Parks, auf Friedhöfen, in unterholzreichen Wäldern und Heckenlandschaften anzutreffen ist.

Als Waldvogel ist sie, im Gegensatz zur Amsel, kaum in städtischen Gegenden vertreten. In Holland und England wird allerdings eine Verstädterung der Singdrossel beobachtet.

Ihr Rückengefieder ist olivbraun, der Kopf schwach gemustert. Ihre Flügelunterseiten sind sind orange-gelblich. Flanken, Brust und der obere Bauchbereich sind bräunlich mit schwarzen v-förmigen Flecken. Die untere Bauchhälfte ist bis zum Schwanz weißlich ohne Muster. Verwechslungen mit der Misteldrossel sind nicht selten. Beide Geschlechter unterscheiden sich nicht von der äußeren Erscheinung.

Singdrosseln balzen eher unauffällig, zwei Bruten in der Zeit zwischen April und Juli sind durchschnittlich zu erwarten.

Um den Nestbau kümmert sich das Weibchen. Singdrosseln brüten in Büschen, Hecken oder Bäumen. Das napfförmige Nest wird aus Gras und Laub gefertigt.
Die Innenausstattung besteht aus Lehm und mulmigen Holzresten.

Durchschnittlich werden 3-5 Eier gelegt, aus denen ca. 14 Tage später der Nachwuchs schlüpft. Er wird mit Insekten, Würmern und Gehäuseschnecken versorgt. Dazu schlägt die erwachsene Drossel mit der Schnecke auf einen geeignteten Stein, bis das Gehäuse zerbricht.

Im Herbst reichert sie ihre Ernährung mit Beeren an.

Der Zaunkönig im Überblick

Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) ist ein winziger, überwiegend brauner, unauffälliger Vogel. Schnell und wendig wie ein Mäuschen huscht er im Gebüsch umher. Mit seinen knapp 10 cm und dem Leichtgewicht von ca. 9g ist er drittkleinste Vogel in Europa. Er gehört zu den Teilziehern, lebt aber auch ganzjährig in einzelnen deutschen Regionen.

D
ie Teilzieher fliegen den Winter über in den südeuropäischen Raum. Zugzeit ist im März/April und im September/Oktober. Zaunkönige lieben es deckungsreich, nach Möglichkeit in Gewässernähe. So findet man sie überwiegend in naturnahen Gärten, in unterholzreichen Wäldern und Heckenlandschaften.

Er ist von kugeliger Gestalt und sein Markenzeichen ist das kurze, meist steil aufgerichtete Schwänzchen. Die Oberseite und Flanken sind braun mit zarter graubrauner Bänderung. Seine Unterseite ist ein wenig heller. Über seinen runden, braunen Augen befindet sich ein angedeuteter Überaugenstreif. Der Schnabel ist leicht gebogen und spitz. Das obere Schnabelende ist schwarzbraun, die Schnabelspitze wirkt gelblich. Trotz seiner kleinen, gedrungenen Statur ist er äußerst stimmgewaltig. Sein Gesang kann noch einen halben Kilometer weiter entfernt vernommen werden.

Zaunkönige brüten häufig zweimal im Jahr. Die Brutsaison beginnt recht spät im April und reicht bis in den Juli. Nestbau ist einzig und alleine Männersache, und es ist nicht nur ein Nest, das er dem Weibchen anbietet.

Mehrere kugelförmige Nester mit seitlichen Eingang werden von ihm aus Reisig und Moos gefertigt. Das Weibchen übernimmt die Inneneinrichtung und polstert die Nestmulde mit Federn und Haaren.
Das Gelege besteht aus 4-5 Eiern, die sie alleine ausbrütet.

Im Gegensatz zu vielen anderen Singvögeln, wird "Frau Zaunkönig" nicht vom "Gatten" versorgt. Sie muss sich während der 2 bis 2,5 wöchigen Brutzeit selbst versorgen. Auch nach dem Schlupf liegt es hauptsächlich an ihr, die hungrigen Schnäbel der Küken zu stopfen.

Verfüttert werden Insekten, Spinnen, Würmer und gelegentlich auch kleine Wassertiere. Die Nestlingszeit beträgt im Schnitt 15-18 Tage. Sind die "kleinen Könige" flügge, hat der Vater noch ein Auge auf sie, füttert sie aber nicht. Das Jungvolk bleibt noch längere Zeit zusammen.

A
n Futterhäuschen im Winter sind Zaunkönige nur sehr selten zu Gast. Ist er doch mal zugegen, zeigt er keine große Scheu vor dem Menschen.

Die Goldammer im Überblick

Die Goldammer (Emberiza citrinella) ist ein recht auffallender 16 cm großer Teilzieher. Einige Ammern ziehen den Winter über in die Mittelmeerländer bis hin nach Nordwestafrika. In unserer Region ist der ca. 27g schwere Vogel ein Standvogel.

G
oldammern leben in offener Heckenlandschaft, Feldgehölzen und Waldrändern, abwechslungsreichem Gelände mit Gärten und Äckern. In Städten ist sie nicht vertreten.

Sie hat die typische schlanke Ammerfigur mit einem relativ langen Schwanz. Beide Geschlechter unterscheiden sich auffallend und tragen saisonbedingt unterschiedliches Gefieder.

Das Männchen mit seinem Prachtkleid fällt sofort durch den leuchtend gelben Kopf auf. Seine Wangenzeichnung ist zartgrau. Hals und Bauch sind ebenfalls auffallend gelb, die Brust kann einen rostroten Farbton aufweisen.
Rücken und Flügel sind gelblich-braun mit dunklen Längsstrichen. Der Bürzel ist rostbraun gefärbt, der Schwanz schwärzlich mit weißen Außenkanten. Die Schwanzunterseite ist überwiegend weiß.

Das Weibchen ist wesentlich unauffälliger. Ihr Kopf ist grau und gelb gefärbt, die Brust mattgelb und braun ist längs gestrichelt. Wie beim Männchen ist auch ihr Bürzel rostbraun gehalten. Im Schlichtkleid sind sich beide Geschlechter ähnlich.

Im Alleingang baut sie das umfangreiche, napfförmige Nest aus Gräsern und Stängeln. Meist sucht sie sich dafür ab Mitte April einen bodennahen Bereich in einer Böschung oder Hecke.

Die Goldammer zieht meistens zwei Bruten groß, die Brutsaison reicht bis in den späten August hinein. 3-5 Eier pro Gelege werden ausschließlich vom Weibchen ca. 14 Tage bebrütet.

Die Aufzucht der Jungtiere erfolgt gemeinsam. Durchschnittlich werden die Nestlinge zwei Wochen lang mit Insekten, Spinnen, Larven und Käfern gefüttert, bevor sie das Nest verlassen.

Erwachsene Goldammern ernähren sich vorwiegend von Körnern und Sämereien. Im Winter trifft man sie bei der Nahrungssuche in Gruppen an. Futterhäuschen werden von Goldammern im Winter aufgesucht.

Die Rauchschwalbe im Überblick

Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) ist ein typischer Vertreter der Langstreckenzieher. Sie ist ein schlanker, ca. 20-22 cm großer Zugvogel, der die Nähe des Menschen sucht. Ihr Gewicht liegt durchschnittlich bei ca. 20g. Man trifft die Rauchschwalbe vorwiegend in kleinen Siedlungen und in ländlichen Gebieten. Als Frühlingsbote und "Glücksbringer" erscheint sie ab Ende März/Anfang April aus dem fernen Afrika in unserer Gegend.

Ihr Rückengefieder ist glänzend blauschwarz, der Bauch im beigeton gehalten. Die Stirn und Kehle sind rostrot, der Kropf dagegen blauschwarz. Beide Geschlechter haben einen gegabelten Schwanz, der beim Männchen mit auffallend langen Spießen versehen ist. Diese Spieße sind beim Weibchen nicht so ausgeprägt. Bei gespreiztem Schwanz erkennt man deutlich ein weißes Fleckenmuster am Schwanzende.

Rauchschwalben sind Gebäudebrüter und dementsprechend auf Scheunen, Stallungen und ähnlichem angewiesen. Eine dauerhaft offene Einflugmöglichkeit muss vorhanden sein. Rauchschwalbennester kann man auch an Bushaltestellen in massiven Wartehäuschen finden.

Ab April bauen beide Partner gemeinsam das Nest. Dafür sammeln sie kleine Lehmkügelchen oder Schlammklümpchen und haften diese geschickt knapp unter der Decke an die Wand. Es entsteht ein nach oben offenes, schalenförmiges Nest. Halme und Stroh werden mit in das Lehmnest eingebaut. Die Inneneinrichtung ist eher karg und besteht aus etwas Stroh und Federn. Künstliche Nisthilfen werden an geeigneten Stellen angenommen.

Im Schnitt brüten diese zutraulichen Vögel 2-3 mal in der Saison. Die Gelegröße liegt zwischen 4-5 Eier, die Brutdauer beträgt ca. 14-17 Tage. Das Weibchen brütet das Gelege alleine aus und wird währenddessen vom Partner versorgt. Die Nestlingszeit beträgt durchsnittlich 20-22 Tage. Beide Eltern füttern die Jungen mit Insekten, vorzugsweise mit Dung - und Schmeißfliegen. Da die Rauchschwalbe ein geschickter Jagdflieger ist, wird die Nahrung größtenteils im Flug erbeutet. Auch das Trinken findet im Flug über Wasserstellen statt. Die flügge gewordenen Jungschwalben werden noch einige Zeit nach ihrem Ausflug von den Eltern gefüttert. Häufig sieht man die Kinderschar dann auf Leitungen oder hochgelegenen Sitzplätzen lautstark betteln.

Ab September beginnt der Rückflug über die Sahara bis in den südlichen Teil Afrikas. Eine denkwürdige Rettungsaktion wurde im Herbst 1974 gestartet, als ein früher Wintereinbruch Tausenden der Rauchschwalben zum Verhängnis wurde und ihren Rückflug verhinderte.

Die Mehlschwalbe im Überblick

Die Mehlschwalbe (Delichon urbica) ist wie ihre "Cousine" die Rauchschwalbe ein Langstreckenzieher und Kulturfolger. Ab März kommt sie aus dem fernen Afrika zu uns. Mit ihrer Durchschnittsgröße von ca. 13 cm fällt sie kleiner aus, als ihre "Cousine". Im Mittel wiegt sie um die 20g und entspricht etwa dem, der "Cousine".

Schwanz- Kopf und Rückengefieder sind an der Oberseite blauschwarz. Der Bürzel ist weiß, ebenso das Brust - und Bauchgefieder. Ihr Schwanz ist gegabelt, allerdings nicht so deutlich wie bei der Rauchschwalbe. Es fehlen die langen Schwanzspieße und dadurch lässt sie sich auch von einem ungeübten Auge verhältnismäßig leicht bestimmen.

Ursprünglich war die Mehlschwalbe ein Felsenbrüter, hat sich aber ihrem Umfeld angepasst und brütet zwar nach wie vor in felsigen Regionen, aber ebenso auch an den Außenwänden von Gebäuden. Bruten im Gebäudeinneren sind unüblich.

Am Nestbau nehmen beide Partner Teil. Je nach Wetter kann der Baubeginn im April oder meist im Mai erfolgen. Sie sammeln für das Nest Lehmkugeln, bzw. fertigen diese selber an Pfützen oder Wasserstellen. Auch sie bauen ihr Nest knapp unter die Decke, allerdings sind Mehlschwalbennester nicht schalenförmig, sondern eher von kugeliger Form. Eine kleine Einflugöffnung sparen sie aus. Ebenso wird Stroh beim Nestbau mit "eingeklebt". Nicht selten stürzen Schwalbennester ab, da die Haftung an glatten Hauswänden nicht ausreichend ist. Die Innenausstattung ist ebenso spärlich wie bei den Rauchschwalben und besteht überwiegend nur aus Stroh und Federn. Sie liebt es gesellig und brütet in Kolonien. Auch sie nimmt Nisthilfen an. Auch sogenannte Schwalbenhäuser sind für den Artenbestand nützlich.

Die Gelegegröße liegt zwischen 3-5 Eier, die überwiegend vom Weibchen bebrütet werden.
Die Brutdauer liegt bei 14-16 Tagen. Die Nestlingszeit liegt ca. bei 26 Tagen. Ungefähr noch 7 weitere Tage werden die Minis nach dem Ausflug von beiden Elterteilen versorgt. Die Nahrung besteht aus Insekten aller Art. Es ließ sich beobachten, dass die Jungvögel der ersten Brut bei der Versorgung ihrer Geschwister aus der zweiten Brut mit anpackten. Auch Mehlschwalben sind ausgezeichnete Jagdflieger und erbeuten ihr Essen im Flug. Dabei fliegen sie im Allgemeinen höher als die Rauchschwalbe. Offenes Gelände wird für den Nahrungserwerb benötigt.

Den Rückflug nach Afrika tritt sie oft gemeinsam mit der Rauchschwalbe ab September/Oktober an.

Der Zilpzalp im Überblick

Der Zilpzalp (Phylloscopus collybita) und die Zwillingsart Fitis, sind sich, so wie die Sumpf- und Weidenmeise vom Äußeren sehr ähnlich und lassen sich schwer unterscheiden. Auch hier ist der Gesang von beiden eine gute Bestimmungshilfe.

Der Zilpzalp zählt zu den Kurzstreckenziehern. Ab März erscheint er aus dem Mittelmeerraum kommend bei uns, teilweise kommt er auch aus Nordafrika hergeflogen. Hier hält er sich gerne in Au- Misch- und Laubwälder wäldern auf. Man kann ihn auch in Parkanlagen, Feldgehölzen oder auf Friedhöfen antreffen.

Mit ca. 11 cm Größe und einem Gewicht zwischen 6-10g ist er eher ein kleiner Zugvogel. Sein Äußeres ist unauffällig und im dichten Laub der Bäume hört man ihn eher, als das man ihn sieht. Sein Obergefieder ist schlicht grünbraun ohne auffällige Zeichnung. Der Kopf erscheint ein wenig groß und weist einen hellen und unauffälligen Überaugenstreif auf, der vor dem Auge ausgeprägter als hinter dem Auge ist. Der kleine Schnabel ist überwiegend hornfarbend, an der Basis zart orange. Seine weißliche Unterseite ist auf Brusthöhe olivbraun getönt. Die Flanken sind zart beige. Die Beine sind braun und im Vergleich zum Fitis auch dunkler.

Ab April finden bei Familie Zilpzalp Balz und Nestbau statt. Die Brutsaison beginnt meist erst Mitte April. Häufig baut der Zilpzalp sein kugeliges Nest im dichten Gebüsch oder hohem Gras. Das Nest hat einen seitlichen Eingang und wird aus Gras, Blättern und Moos vom Weibchen hergestellt. Federn werden gerne für die Innenausstattung genommen. Die Angaben über die Gelegegröße schwanken je nach Quelle und Autor zwischen 4-7 Eier. Zwei Wochen dauert das Brutgeschäft im Schnitt, ebenso lang ist auch die Nestlingszeit.

Die Jungvögel werden von beiden Eltern mit Insekten, Spinnen oder Asseln gefüttert. Die Insekten holt er sich meist aus den Baumkronen von Stamm und Blättern. An schwer zugänglichen Stellen wendet er die Technik des Rütteflugs an. Nach dem Ausflug der Jungtiere werden diese ca. noch 14 Tage weiterhin betreut, bevor "Frau Zilpzalp" ein weiteres mal, meist mit einem kleineren Gelege, ihrer Bruttätigkeit nachkommt.

Der Fitis im Überblick

Der Fitis (Phylloscopus trochilus) ist mit 11-13 cm und ca. 10g nur geringfügig größer und schwerer als sein "Bruder" der Zilpzalp. Allerdings überwintert der Fitis südlich von der Sahara, was ihn als Langstreckenzieher kennzeichnet.
Dementsprechend erscheint er in unserer Region ca. 4 Wochen später als der Zilpzalp und trifft erst Ende März/Anfang April bei uns ein.

Er mag Auwälder und Gesträuch, vorzugsweise in der Nähe eines Gewässers. Moore und Heidegebiete mit Birkenbestand werden von ihm bewohnt. Die Unterschiede im Lebensraum beider Arten sind relativ gering. Dennoch kann man beide Arten in unmittelbarer Nachbarschaft singen hören.

Sein olivgrünes Gefieder wirkt ein wenig gelblicher, von der Statur erscheint er minimal schlanker. Der helle Überaugenstreif ist deutlich zu erkennen und er ist länger als bei seiner Zwillingsart. Seine Beine sind fleischfarben, ein wenig heller im Vergleich zum Zilpzalp und seine Flügel wirken etwas spitzer. Seine Brust und der Bauch sind gelblich-weiß gefärbt. Die Kehle erscheint fast weiß. Es gibt keine sichtbaren Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen.

Auch "Frau Fitis" baut ein "Backofennest" aus trockenem Gras, Halmen und Laub. Errichtet wird es unmittelbar am Boden zwischen Grasbüscheln oder unter Buschwerk.
Die Brutsaison beim Fitis ist ab Mai bis bis Mitte Juli. Zweitbruten sind nicht ungewöhnlich.
Das Weibchen brütet die 4-7 Eier alleine aus.
Brutdauer und Nestlingszeit belaufen sich jeweils
auf ca. 14 Tage.

Beide Partner füttern die Kleinen mit Spinnen, Larven, Weichtieren und Insekten. Diese werden entweder von Blättern und Zweigen abgelesen, hin und wieder auch im Verfolgungsflug erbeutet. Im Herbst bereichern Beeren und Früchte den Speiseplan.

Ab September zieht es den Fitis wieder in den Süden und er tritt den langen Weg ins warme Südafrika an.

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