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Vögel im Winter

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Vögel im Winter

Hier findet ihr die Steckbriefe der Vögel, die zwar auch im Sommer in unserer Umgebung sind, um aber die Sommerliste nicht zu lang werden zu lassen, werden die Vögel, die wir im Winter am Futterhäuschen sehen, hier untergebracht.


An dieser Stelle möchte ich meinen besonderen Dank an alle richten, die mich in irgendeiner Form bei der Gestaltung meiner Vogelseiten unterstützt haben. Besonders erwähnen möchte ich Michael Gerber aus der Schweiz, der mir den größten Teil der Bilder zur Vefügung gestellt hat. Für Vogelliebhaber lohnt es sich auf alle Fälle seine Seite http://www.birds-online.ch/index.php
zu besuchen. Dort findet ihr leicht verständlich die Beschreibung der einzelnen
Körperteile und Federpartien, sowie verschiedener Zeichnungsmuster und
ornithologischer Fachbegriffe.

Tatkräftig mit aussagestarken Photos haben mich Christian Blumenstein
und Heike Steinbrück unterstützt.

Herzlichen Dank euch allen!

Einige Wintergäste bildlich gesehen

Der Buchfink im Überblick

Der Buchfink (Fringilla coelebs) ist weit verbreitet, zählt zu den Teilziehern, lebt bei uns aber das ganze Jahr über. Man trifft ihn Städten und auf dem Lande an. Überall wo Wälder, Parks, Friedhöfe und ähnliche Gebiete sind, kommt auch er vor. Er ist nicht besonders scheu und kann im trippelndem Schritt auf dem Boden bei seiner Nahrungssuche beobachtet werden.

Mit ca. 15 cm Größe und einem Gewicht um die 20g ist er relativ kräftig gebaut. Beide Geschlechter lassen sich gut unterscheiden. Das Männchen hat einen blaugrauen Scheitel, Nacken und auch die Halsseiten weisen diese Farbe auf. Sein Gesicht ist rötlichbraun, der Schnabel stahlblau. An der Schnabelbasis ist er schwarz befiedert. Brust- und Bauchgefieder sind ebenfalls rotbraun. Die Flanken wirken bei einigen Männchen eher rosagrau. Der Rücken dagegen ist braun, der Bürzel grün. Die Flügel sind dunkel mit zwei auffälligen weißen Flügelbinden.

Das Weibchen ist unscheinbarer. Ihr Gefieder ist überwiegend olivbraun, vom Hinterkopf abwärts zum Nacken verlaufen zwei graubraune senkrechte Streifen. Auch sie hat den grünen Bürzel und die beiden weißen Flügelbinden. Der kräftige Schnabel ist bei hornfarben mit dunkler Schnabelspitze.

Der Gesang von Buchfinken ist regional unterschiedlich, weist aber dasselbe Grundmuster auf.

Anfang April bis Ende Juli steht die Familienplanung im Vordergrund. Meist erfolgen zwei Bruten, die Gelegegröße liegt im Schnitt bei 4-5 Eier. "Frau Buchfink" ist alleine für den Nestbau zuständig. Dazu sammelt sie Halme, Moos, Wurzeln und baut meistens in Astgabeln und Sträuchern ein kompaktes Nest das sie mit Spinnenweben verfestigt. Die Polsterung besteht aus Federn und Haaren.

Es dauert ca. zwei Wochen bis der Nachwuchs schlüpft. Beide Eltern beteiligen sich an der Aufzucht und verfüttern ausschließlich tierische Nahrung wie z.B. Insekten und deren Larven. Nach ca. 14 Tagen verlassen die jungen Finken das Nest. Erwachsene Buchfinken ernähren sich im Herbst und Winter vor allem mit Beeren, Nüssen, Körnern.

S
ie kommen regelmäßig in kleineren Trupps zum Futterhäuschen.

Der Grünfink im Überblick

Der Grünfink (Carduelis chloris) ist ein geselliger ca. 15 cm großer und ca. 30g schwerer Vogel. Er wirkt noch kompakter als der Buchfink. Man trifft Grünfinken ebenso wie Kollege Buchfink in Städten und auf dem Land an. Grünlinge sind Standvögel und leben das ganze Jahr über bei uns in Gärten, Siedlungen und Wäldern.

Am Boden ist er ein unauffälliger Fink, im Flug dagegen sticht das auffällige Gelb ins Auge. Die Geschlechter unterscheiden sich leicht vom Äußeren.

Das Männchen ist auf der Oberseite graugrün, im Brust- und Bauchbereich gelbgrün. Der Bürzel ist hellgrün. Der grau und grün gemusterte Kopf ist kräftig, der Wangenbereich grau. Der hornfarbene Schnabel ist wie für Finken typisch, recht kräftig. Die Flügel sind grau mit gelben Flügelbinden. Sein leicht gegabelter Schwanz ist an den Enden dunkel, an den Seitenkanten gelb.

Das Weibchen ist blasser und unauffälliger gefärbt.
Oberseite und Kopf sind bräunlich, ihre Unterseite graugrünlich. Die Gelbtöne sind bei ihr nicht so stark vorhanden wie beim Männchen. Dennoch sind die gelben Flügelbinden bei angelegten Flügeln auch bei ihr gut sichtbar.

Ab April ist sie mit dem Nestbau beschäftigt, der ausschließlich "Frauensache" ist.
Die napfförmigen Grünlingsnester können sich in Bäumen oder Sträuchern befinden, bei den Stadtfinken auch mal auf dem Balkon in einem Blumenkasten.
Grünlinge nisten gerne in lockeren Kolonien. Zum Nestbau benötigen sie Zweige, Wurzeln, Moos und polstern den Innenbereich mit Pflanzenwolle.

Bis Mitte August sind zwei bis drei Aufzuchten möglich. Die 4-6 Eier werden nur vom Weibchen ca. 14 Tage bebrütet. Die Ernährung der Minis erfolgt durch beide Eltern. Sie erhalten eine breiartige, vegetarische Kost aus Beeren, Sämereien und Knospen.

Die Nestlingszeit beträgt ca. 14 Tage. Nach dem Ausflug wird der Nachwuchs noch eine zeitlang weiter gefüttert.

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rünfinken treffen im Winter in kleineren Trupps am Futterhäuschen ein.

Der Bergfink im Überblick

Der Bergfink (Fringilla montifringilla) lebt im Sommer hauptsächlich im hohen Norden in Nadel- und Laubwäldern. Er hat einen ausgeprägten Zugdrang, der ihn ab Ende September in unsere Gefilde und bis hin zum Mittelmeer führt. Invasionsartig tritt er einem Abstand von einigen Jahren immer wieder auf. So auch im Winter 2009-2010, als zig Millionen von ihnen in Süddeutschland überwinterten.

Er ist ca. 15 cm groß und um die 23g schwer. Das Männchen ist kräftiger gefärbt als das Weibchen. Sein Kopf ist graubraun gefärbt, ebenso sein vorderer Rücken und der Nacken. Schulterabzeichen und Flügelbinde sind orange gefärbt. Der hintere Rücken sowie der Bürzel sind weiß. Die Flanken sind dunkel getupft. Das Brustgefieder ist orange, der Bauch weiß. Seine orangefarbenen Flügelspitzen färben sich zum Frühjahr hin ebenfalls weiß.

Das Weibchen ist nicht so farbenprächtig wie das Männchen. Sie hat im Sommer einen hellen Nacken und dunkel umrandete Wangen. Über dem Flügelbug befindet sich bei ihr nur ein schmales orangefarbenes Feld. Die Oberseite ist mattbraun. Vom Kopf abwärts in den Nacken verlaufen zwei dunkle Streifen. Sie kann leichter mit einem Buchfinken verwechselt werden, als ein Bergfinkenmännchen.

Die Brutzeit bei Bergfinken reicht von Mai bis in den Juli. Vereinzelt und selten kann es zu Bruten in unserem Breitengrad kommen, allerdings nur, wenn der Lebensraum dem der nordischen Heimat ähnelt. In ganz seltenen Fällen kann es zu "Mischehen" mit Buchfinken kommen.

Das Bergfinkennest ist napfförmig und wird aus Flechten, Moos und Halmen gefertigt. Die 5-7 Eier werden nur vom Weibchen bebrütet. Nach ca. 13-14 Tagen schlüpfen die Küken. Als Nahrungsgrundlage für den Nachwuchs dienen Insekten und Larven. Beide Eltern füttern ca. zwei Wochen lang, dann sind die Nestlinge flügge und verlassen das Nest.

Im Winter besuchen Bergfinkengruppen das Futterhäuschen und fressen Körner und Nüsse.

Der Kernbeißer im Überblick

Der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) ist ein wuchtiger Finkenvogel. Er ist der größte heimische Fink und das ganze Jahr über anzutreffen. Kernbeißer aus dem Norden sind Teilzieher. Kernbeißer sind sehr auffällige Vögel, ihre Größe liegt im Schnitt bei 18 cm, das Gewicht beträgt ca. 55g. Diese Finkenart lebt vorwiegend in Laub- und Mischwäldern, Parkanlagen und Gärten.

Das Männchen hat einen großen, runden goldbraunen Kopf mit einem mächtigen hornfarbenen Schnabel, der im Sommer eine graublaue Färbung annimmt. Der Nacken ist grau gefärbt. Kehle und vorderer Augenbereich sind bis zum Schnabel hin schwarz. Sein Rücken ist dunkel rotbraun. Die Flügel sind schwarz mit blau schillernden, verbreiterten inneren Handschwingen. Im Schulterbereich besitzt er weiße Flecken, ebenso hell ist die Schwanzspitze. Schwanz und Bürzel sind hellbraun.

Das Weibchen unterscheidet sich nur minimal vom anderen Geschlecht. Ihre Gefiederfärbung ist blasser, die Farben sind nicht so scharf abgegrenzt und strahlend. Der schwarze Kehlfleck ist nicht ganz so auffallend.

Zur Brutzeit zwischen April bis Mitte Juli ist er nur schwer zu entdecken. In dieser Zeit können zwei Bruten großgezogen werden. Kernbeißer brüten gerne zurückgezogen in kleineren Gruppen. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau. Das Nest befindet sich häufig in Astgabeln oder Baumkronen. Zweige, Reisig, Wurzeln und Halme werden für den Nestbau benötigt.

Das Weibchen legt im Schnitt 5 Eier und bebrütet sie meistens alleine. Eine Brutablösung durch das Männchen ist selten und nur kurzfristig. Das Männchen versorgt das Weibchen während der 12-14 Tage langen Brutzeit mit Nahrung. Die Küken werden von beiden Eltern mit Insekten und Sämereien gefüttert. Die Nestlingszeit beträgt ca. 12-14 Tage. Nach dem Ausflug werden die jungen Kernbeißer noch eine Weile weiter gefüttert.

Erwachsene Kernbeißer ernähren sich von Knospen, Samen, Nüssen, Beeren, Steinobst und kleinem Getier wie z.B. Regenwürmer oder Spinnen. Im Winter kommen sie häufig zur Futterstelle.

Der Erlenzeisig im Überblick

Der Erlenzeisig (Carduelis spinus) kommt, obwohl ganzjährig vertreten, nur saisonbedingt in unserer Gegend vor. Er ist ein kleiner, geselliger Fink der sich gerne in Nadel- und Mischwäldern aufhält. Dennoch zählen auch Siedlungen mit zu seinem Lebensraum.

Mit einer Größe von ca. 12 cm und einem Gewicht von 12-14g ist er ein zierlicher Zeitgenosse, der außerhalb der Brutzeit in größeren Trupps zusammenlebt.

Beim Zeisig unterscheiden sich beide Geschlechter eindeutig. Wieder einmal ist das Weibchen etwas unauffälliger gefärbt als das Männchen. Sie hat einen hellen, graugrünen Brust- und Bauchbereich, der deutlich mit dunklen Längsstreifen versehen ist. Ihr Scheitel ist grau, nicht so dunkel wie beim Männchen. Das grünliche Rückengefieder ist stark und dunkel gestreift. Die langen schwarzen Flügel sind mit einer auffallend breiten, gelben Flügelbinde verziert. Ihr Bürzel ist gelbgrün.

Das Männchen ist mit einem schwarzen Scheitel versehen und hat im Gegensatz zum Weibchen einen schwarzen Kehllatz. Das Streifenmuster im Gefieder ist nicht so stark ausgeprägt. Die Flügelbinde fällt bei ihm breiter aus und ist intensiv gelb gefärbt. Ebenso ist sein Bürzel von strahlendem Gelbgrün. Die Schwanzkanten sind bei beiden Geschlechtern gelb.

Die Balz und Brutzeit beginnt bei den Erlenzeisigen schon relativ früh im Jahr. Mitte Februar kann die Balz beendet und der Partner gefunden sein. Der gemeinsame Nestbau kann beginnen. Für das Nest werden Zweige Gras, Moos und Flechten verwoben. Die Innenausstattung besteht aus Pflanzenwolle und Haaren. Das Weibchen brütet 3-5 Eier in einem Zeitraum von ca. 13-14 Tagen aus.

Die Küken werden mit Blattläusen, Raupen und anderen Insekten versorgt. Erlenzeisige brüten meist zweimal in der Saison. Erwachsene Zeisige ernähren sich auch zusätzlich noch von Kräutern wie Löwenzahn und Ampfer.

Im Winter finden sie sich am Futterhäuschen ein.

Der Gimpel im Überblick

Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) ist ein kompakter Finkenvogel, der auch unter dem Namen Dompfaff oder Blutfink bekannt ist. Das Gewicht von durchschnittlich 25g verteilt sich wohlproportioniert auch 15 cm Größe. Vorwiegend findet man den Gimpel in Nadel- und Mischwäldern oder in Siedlungen, Parks und Gärten. Er ist ein Standvogel, lebt aber im Sommer unauffällig und zurückgezogen.

Das Dompfaffmännchen ist ein sehr auffallender Vogel. Vom Hals an abwärts über die Brust und den Bauch ist sein Gefieder intensiv rot gefärbt. Sein Kopf und Nacken sind schwarz, der Rücken ist blaugrau. Der Bürzel und der Steiß weiß, der Schwanz wieder schwarz. Die dunklen Flügel haben eine helle Flügelbinde. Der Schnabel ist kräftig, aber kurz und kegelförmig.

Das Blutfinkenweibchen erscheint fast farblos, verglichen mit dem Männchen. Auch sie ist am Kopf schwarz gefärbt, ihr Nackenbereich hat eine graue Farbe. Der Brust- und Bauchbereich sind beigebraun. Schwanz, Steiß und Flügel gleichen dem der Männchen.

Die Balz beginnt schon ab Februar. Haben sich die Partner gefunden, liegt die Hauptarbeit des Nestbaus beim Weibchen. Das Nest wird gerne in jungen Nadelbäumen oder dichten Hecken errichtet. Reisig und Halme werden zu einem napfförmigen Nest verarbeitet.

Ab April bis August finden meistens zwei Bruten statt. Das Gelege besteht aus 4-6 Eiern, die vom Weibchen ausgebrütet werden. Über den Brutzeitraum von ca. 14 Tagen versorgt sie das Männchen mit Nahrung.

Die jungen Blutfinken erhalten von beiden Elternteilen Ameisen, Blattläuse, Insekten und Schnecken, später auch vegetarische Kost in Form von Sämereien. Die Nestlingszeit beläuft sich auf ungefähr 2,5 Wochen. Elterliche Fürsorge erfahren sie bis zum 35ten Lebenstag, danach können sie alleine zurecht kommen.

Bei Nahrungsmangel im Winter ist der Gimpel ein regelmäßiger Besucher am Futterplatz.

Der Kleiber im Überblick

Der Kleiber (Sitta europaea) ist ein 14 cm großer und 23g schwerer, lebhafter und ruffreudiger Vogel. Häufig sieht man ihn kopfabwärts an Baumstämmen oder Mauern entlang klettern. Er hält sich in Gärten, Parks, Laub- und Mischwäldern mit älterem Baumbestand auf. Als Standvogel ist er das ganze Jahr über in unseren Gefilden vertreten.

Männlein und Weiblein lassen sich kaum unterscheiden. Die Kleiber sind oberseitig blaugrau, unterseitig rostbeige gefärbt. Die Flanken sind dabei dunkler gefärbt als das Bäuchlein. Seine Kehle und die Wangen sind hellbeige. Er hat einen langen, spitzen, dunklen Schnabel und einen sehr auffallenden schwarzen Augenstreif. Der Schwanz ist kurz und gerade, überwiegend schwarz, an den Enden weiß gemustert. Seine Beine sind hell gefärbt.

Die Brutsaison reicht von April bis Juli. Kleiber nutzen Baumhöhlen, unbewohnte Spechthöhlen, Maueröffnungen oder geschlossene Nistkästen um ihre Jungen großzuziehen. Das Einflugloch wird vom Kleiber mit feuchtem Lehm von außen nach innen zugekleistert, bis nur noch eine kleine Einflugöffnung für ihn übrig bleibt.

Am Nestbau sind beide Geschlechter beteiligt. Sie schaffen Laub und Rindenstückchen herbei und polstern damit das Nest. Das Weibchen legt zwischen 6-8 Eier (gelegentlich kann das Gelege auch größer ausfallen) und bebrütet sie alleine für ca. 15 Tage. Das Männchen versorgt das Weibchen in dieser Zeit mit Nahrung.

Die ziemlich lange Nestlingszeit beläuft sich auf ca. 24 Tage in denen die Eltern Insekten, Larven und Spinnen an die Jungvögel verfüttern.

Im Winter ist der Kleiber regelmäßiger Gast am Futterhaus und reichert seine Nahrung mit Sämereien und Nüssen an. Nüsse klemmt er in Rindenspalten von Bäumen und hackt solange auf sie ein, bis sie aufbrechen. Daher mag er manchen auch unter dem Namen "Spechtmeise" bekannt sein. Nicht selten legt er Futtervorräte an.

Die Amsel im Überblick

Die Amsel (Turdus merula) ist ein ausgesprochener Kulturfolger und dürfte so ziemlich jedem bekannt sein. Dieser auch Schwarzdrossel genannte Singvogel ist sehr häufig in Gegenwart des Menschen zu finden. Als ehemaliger Waldbewohner hat sie inzwischen auch Siedlungen und Städte erobert. Mit ca. 24 cm Größe und einem Gewicht zwischen 90-100g zählt sie zu einer der größten Drosselarten in Mitteleuropa. Sie zählt zu den Teilziehern, ist bei uns aber das ganze Jahr über zu sehen und zu hören.

Beide Geschlechter lassen sich gut unterscheiden. Die männliche Amsel ist komplett schwarz oder schwarzbraun gekleidet, sein Schnabel auffallend gelborange. Ein ebenso gefärbter Augenring ist bei ihm vorhanden. Passend zum Gefieder sind auch seine Beine dunkel gefärbt. Meist ist er ein wenig größer als das Weibchen. "Frau Schwarzdrossel" ist entgegen dem Namen in schlichtem Braun oder in dunklem Grau gekleidet. Die Brust kann gesprenkelte Brauntöne enthalten oder einfarbig braun sein. Ihr Schnabel ist ebenfalls von dunkler Farbe, einen Augenring hat sie nicht. Es gibt einige Amseln die zu großen Teilen weißes Gefieder haben, sogenannte leuzistische Amseln.

Die Balz der Amsel findet ab März statt, die Paarbildung allerdings schon im Winter. Die Brutsaison reicht bis in den August. Bis zu 3 Bruten können in einer Saison erfolgen.
Das Weibchen baut ein stabiles Nest aus Zweigen, Halmen und Wurzelwerk und verklebt das Gebilde mit Lehm. Die Lage des Nests kann bei einer Stadtamsel in Blumenkästen auf einem Balkon angelegt werden, bei der Landamsel befindet es sich meistens in Bäumen, Büschen oder Hecken. Seltener wird es direkt auf dem Boden gebaut. In dem mit Gras gepolsterten Nest werden für ca. 2 Wochen die 4-5 Eier vom Weibchen bebrütet. Die Nestlingszeit beträgt ca. 14 Tage. Beide Eltern füttern die Kleinen mit Regenwürmern, Käfern oder Ameisen. Kommt es zu einer Folgebrut, versorgt meist das Männchen die Jungvögel, bis diese mit ungefähr 35 Tagen selbstständig sind. Das Weibchen bebrütet unterdessen das zweite Gelege.

Erwachsene Amseln verzehren auch Schnecken, Echsen oder kleine Fische. Im Herbst kommen noch Beeren und Früchte auf den Speiseplan. Schwarzdrosseln suchen im Winter gerne Futterhäuschen auf und sind auch in der Lage sich auf Körnerfutter umzustellen.


Die Elster im Überblick

Die Elster (Pica pica) wiegt ca. 210g bei einer Durchschnittsgröße von ca. 46-48 cm. Sie ist ein auffälliger Rabenvogel der in allen Jahreszeiten anzutreffen ist. Auch sie hat sich den Lebensbedingungen ihrer Umwelt angepasst und kommt häufig im städtischen Bereich wie auch an Waldrändern und im ländlichen Bereich in offenen Landschaften zurecht. Dichte Waldgebiete vermeidet sie.


Männlein und Weiblein lassen sich vom Äußeren nicht unterscheiden. Beide Geschlechter haben einen schwarzen Rücken, Hals und Kopf. Der Schnabel ist dunkel und kräftig. Die Brust ist ebenfalls schwarz befiedert. Die Schultern, Flanken und der Bauch sind weiß, der gestufte Schwanz schillert grünblau. Die Schwanzlänge entspricht in etwa der Körperlänge der Elster. Die dunklen Flügel sind an ihren Spitzen mit einer breiten weißen Fläche gezeichnet und schimmern ebenfalls metallisch grünblau. Die Beine sind dunkel graubraun bis schwarz gefärbt.

Elstern brüten in der Zeit von April bis Juni. Ab Januar kann man den aufwendigen Nestbau beobachten. Beide Partner tragen Zweige und Wurzelwerk zusammen. Ein ca. 50 cm großes Nest wird in Bäumen, Baumkronen errichtet. Meist bauen sie zu dem Nest auch noch die passende Überdachung, die Schutz vor Greifvögeln und schlechtem Wetter bietet. Meist befinden sich die Nester in einer Höhe von 12 bis 30 Meter. Einige Elstern bauen ihr Nest jedoch auch wesentlich niedriger in dornigen Hecken und dichten Büschen.

Das Gelege besteht aus 4-7 Eier. Das Ausbrüten übernimmt ausschließlich das Weibchen. Bis zum Schlupf der jungen Elstern vergehen ca. 17 bis 20 Tage. Die Eltern versorgen sie mit Insekten, Raupen, Würmern, Käfern und Fleisch. Bis zum Ausflug vergehen ca. 24 Tage. Weitere 6-8 Wochen sind die flüggen Jungelstern noch auf elterliche Unterstützung angewiesen.

Die Elster ist ein Allesfresser. Eine ihrer Vorlieben ist es, die Nahrung zu horten und zu verstecken. Meist sieht man sie hüpfend auf dem Boden nach einem saftigen Happen suchen. Im Herbst stehen auch Beeren, Früchte oder Nüsse auf dem Speiseplan. Sie plündern Nester, fressen Eier und Jungvögel anderer Vogelarten. Im Winter kommt sie gelegentlich ans Futterhäuschen.


Der Eichelhäher im Überblick

Den Eichelhäher (Garrulus glandarius) zieht es im Gegensatz zu anderen Rabenvögeln mehr in waldreiche Gebiete. Laub- Misch- und Nadelwälder werden von ihm bewohnt. Eine bereits erfolgte Verstädterung ist rückläufig. Die hiesigen Häher sind Standvögel, der nordische Häher ein Teilzieher. Eichelhäher wiegen im Schnitt 170g und sind ca. 34 cm groß. Die Flügelspannweite beträgt ca. 53 cm. Im Aussehen gibt es starke Unterschiede in den vielen Unterarten. Der Eichelhäher ist ein prima Stimmenimmitator der den Bussardruf täuschend echt nachahmen kann.

Trotz seines auffälligen Gefieders ist er zwischen Laub und Ästen kaum zu erkennen. Beide Geschlechter sehen gleich aus. Kopf, Rücken und Brust sind rötlichbraun. Sein Scheitel ist mit dunklen Streifen versehen. Die Kehle ist weiß gefärbt, der kräftige Schnabel dunkel. Von der Schnabelbasis verläuft schräg abwärts ein schwarzer Bartstreifen. Die breiten Flügel sind auf Schulterhöhe braun, die schwarzen Handschwingen weiß gesäumt. Die blauen Armdecken weisen eine schwarze Bänderung auf. Ein weißer, besonders im Flug auffälliger Bürzel geht in einen geraden schwarzen Schwanz über. Die kräftigen Beine sind fleischfarben.

Bei den Eichelhähern beginnt die Familienplanung ab ca. Anfang April und reicht bis in den Juni. In dieser Zeit lebt er recht unauffällig und zurückgezogen. Er brütet nur einmal im Jahr. Beide Partner bauen gemeinsam das Nest aus Zweigen und Halmen in einer Astgabel. Die Polsterung besteht meist aus Moos und Wurzeln. Die Gelegegröße liegt durchschnittlich bei 5-6 Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet werden. Nach ca. 16-17 Tagen schlüpfen die Mini-Häher. Versorgt werden sie von beiden Eltern mit Raupen, Heuschrecken und Insekten. Nach ungefähr 20 Tagen sind die jungen Eichelhäher flügge und verlassen das Nest.

Auch der erwachsene Eichelhäher ist ein Allesfresser der besonders im Herbst Vorratsspeicher mit Eicheln und Nüssen anlegt. Im Sommer tritt er als Eierdieb auf und plündert andere Nester. Er frisst auch Aas und kleine Säugetiere. Zur Winterzeit ernährt er sich von den angelegten Vorräten oder besucht in kargen Zeiten auch das Futterhäuschen.

Der Grünspecht im Überblick

Der Grünspecht (Picus viridis) ist nach dem Schwarzspecht der größte Specht in Mitteleuropa. Mit 200g bei einer Größe von ca. 32 cm ist er von stattlicher Erscheinung. Seine Flügelspannweite kann bis zu 52 cm betragen. Er lebt vorwiegend in Laub- und Mischwäldern mit alten Baumbestand. Streuobstwiesen und Feldgehölze, sowie Parkanlagen werden auch zu seinem Lebensraum gezählt. Als Standvogel ist er ganzjährig anwesend.

Frau und Herr Grünspecht sind vom Äußeren fast gleich. Ein offensichtliches Unterscheidungsmerkmal ist der fast waagerechte Bartstreif. Dieser ist beim Weibchen schwarz, beim Männchen rot und verläuft vom Schnabel bis hinter das Auge. Scheitel und Nacken sind rot gefärbt, das Gesicht ist im vorderen Bereich schwarz, von den Wangen zum Hinterkopf hin hellgrün. Der Rücken und sein Schwanz sind wesentlich dunkler und kräftig grün. Der Bürzel hat eine gelbgrüne Färbung. Brust und Bauch weisen eine graugrüne Färbung auf. Die Flügel sind grünbräunlich, an ihren äußeren Enden schwarz.

Die Balz beginnt bei den Grünspechten recht früh, zum Teil bereits im Dezember. Ab März/April beginnt die Brutsaison, es kann bei Verlust der ersten Brut zu einer Ersatzbrut kommen. Beide Partner nutzen bereits vorhandene Spechthöhlen oder zimmern gemeinsam die neue "Wohnung". Dafür werden nach Möglichkeit angefaulte Laubbäume ausgewählt. Die Innenausstattung besteht aus Holzspänen.

Das Weibchen legt 5-8 Eier die in Teamwork von beiden Eltern bebrütet werden. Die Nestlingszeit beläuft sich ca. auf 25 Tage. Die Küken werden mit Insekten und Würmern versorgt. Beide Eltern beteiligen sich an der Aufzucht. Nach erfolgtem Ausflug werden die Jungspechte noch eine Weile von ihren Eltern betreut. Der Familienverband bleibt bis in den Herbst bestehen.

Grünspechte haben sich auf Ameisen spezialisiert, fressen im Herbst aber auch Früchte und Beeren. Selbst in strengen Winterzeiten kann man sie nur selten als Gast an der Futterstelle begrüßen.

Der Buntspecht im Überblick

Der Buntspecht (Dendrocopus major) ist ebenso wie der Grünspecht ein Standvogel und ganzjährig bei uns anzutreffen. Er stellt nur geringe Ansprüche an seinen Lebensraum. Häufig sieht man ihn in Mischwäldern, Parkanlagen und Gärten. Auch er bevorzugt Waldgebiete mit älteren Bäumen. Mit einem Gewicht von ca. 80g und einer Größe von ca. 23 cm fällt er kleiner aus als der Grünspecht. Die Flügelspannweite beim Buntspecht liegt zwischen 35-38 cm.

Auch beim Buntspecht sind sich beide Geschlechter sehr ähnlich. Der rote Nackenfleck beim Männchen erleichtert die Geschlechterbestimmung. Sein Scheitel ist, wie auch der Rücken, schwarz. Vom Schnabelansatz verläuft ein schwarzes Band über die Wangen bis hin zum Schulter-Nackenbereich. Die Wangen, Kehle, Brust und Bauch sind hell, der Unterschwanz kräftig rot. Die Flügel sind schwarz gefärbt mit weißen Tupfen, im Schulterbereich ist er mit einem großen weißen Feld geschmückt. Bis auf den roten Nackenfleck sehen beide Geschlechter gleich aus.

Wie alle Spechte ist auch der Buntspecht ein Höhlenbrüter. Ab April bis in den Juli ist Brutsaison. Beide Partnern hämmern sich ihre Höhle nach Spechtmanier in die Bäume. Auch sie bevorzugen dabei Weichholz oder morsche Baumabschnitte. Beim Ausbrüten der 4-7 Eier wechseln sich die Eltern ab. Nach ca. 12 Tagen kann mit dem Schlupf gerechnet werden. Die Jungspechte verbleiben bis zum Ausflug ca. 2,5 bis 3 Wochen in der Höhle und werden mit von ihren Eltern mit Käferlarven und Insekten versorgt.

Den Sommer über ernähren sich Buntspechte vorwiegend von Insekten. Auch sie sind Eierdiebe und fressen Jungvögel anderer Vogelarten. Stehen Herbst und Winter vor der Tür, stellen sie ihre Ernährung um und nehmen Beeren und Früchte zu sich. Am Futterhäuschen kann man sie beobachten, wie sie dann auch Körner und Nüsse verspeisen. Legt man Speck aus, findet man in den Buntspechten dankbare Abnehmer.

Wer Lust hat sein Wissen zu testen, findet hier ein tierisches Quiz.

D
ie Informationen aller Vögel habe ich den folgenden Quellen entnommen:

Vogelwarte Schweiz

Wikipedia
Fotoatlas der Vögel von Jürgen Nicolai, erschienen bei Gräfe und Unzer 1982
Die Kosmos Vogelenzyklopädie von Peter Hayman und Rob Hume 2003



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